Ich hasse Dich nicht mehr.

Vor einem Jahr habe ich Dich gehasst. Vor einem Jahr war es erst wenige Wochen her, dass ich nach Hause kam - unser Zuhause - und alles Lebenswerte mit Dir fort war.
Einen Tag lang saß ich auf der gleichen, kalten Stelle unseres Wohnzimmerfußbodens und weinte. In diesen Stunden habe ich Dich hassen gelernt, weil ich mich nicht hassen wollte. Weil ich nur so weitermachen konnte. Weitermachen mit dem Leben.
Erinnerungen. An unsere erste Begegnung, das erste Lächeln, den ersten Kuss, das erste Mal, als ich mit Dir schlief. An das erste Mal, als Du mich zum Weinen gebracht hast. An den Abend, als ich Dir tränenüberströmt einen Ring offenbarte, der Dich für die Ewigkeit halten sollte. 
Ringe halten niemanden. Liebe auch nicht.
Alles war gut. Bis zu einem irgendwann. Aber eben vor diesem irgendwann war alles gut. Halsüberkopf habe ich meine Sachen gepackt, bin zu Dir gezogen, habe jedes Risiko ignoriert und war bereit für ein Leben mit Dir. Dachte ich.Ich war nicht bereit, sonst hätte ich all die Dinge, die Dich mich hassen ließen, nie gesagt oder getan. Aber in diesen Tagen und Wochen und Monaten war alles gut. Jedes Wochenende war ein trauriger Abschied. Selbst wenn es nur ein Abschied für einige Stunden war. Weil wir, sobald mein Zug mich an den Bestimmungsort verbracht hatte, miteinander telefonierten, bis irgendeiner einschlief. Jeden verdammten Abend, an dem ich nicht bei Dir sein konnte, haben wir telefoniert. Jeden Tag. Jeden Tag haben wir uns Witze vorgelesen oder Gutenachtgeschichten ausgedacht. 
Ich hätte Dir jeden Tag zu jeder Stunde sagen können, dass ich Dich liebe, es wäre mir nicht genug gewesen.

Nun ist heute und heute ist ohne Dich.
Ich hasse Dich nicht mehr. Ich hab versucht, Dich zu vergessen, Dir völlig aus dem Weg zu gehen und habe doch jeden Deiner Tweets gelesen, jeden Tag und jede Nacht das Geschehene bedauert.Menschen ändern sich. Du hast mich geändert. Zu spät, aber Du hast es. Ich habe gelernt, dass ich Dich nicht vergessen kann. Ich sollte Dich nie vergessen, denn Du warst mal mein Atem, mein Augenlicht und jede Note meiner Lieder. Ich habe Dich verloren und wenn man so jemanden verliert, weiß man um seine Fehler. Zu spät, aber man tut es.
Ich habe Dich vom ersten Kuss an geliebt und wäre für Dich gestorben. Danke für dieses Leben. Ich wünsche Dir und den Menschen, die zeitweise zu meiner Familie wurden,alles Glück auf dieser Erde.

13 Anmerkungen

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  1. katalin-mitchell hat diesen Eintrag von kopfkompott gerebloggt
  2. manzarmy hat diesen Eintrag von kopfkompott gerebloggt
  3. sumjay hat diesen Eintrag von kopfkompott gerebloggt
  4. von kopfkompott gepostet

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