Google+ ist kein Facebook Killer.
Nein, es hat nicht mal im Ansatz etwas mit einer Plattform wie Facebook zu tun. Facebook dient vor allem dazu, seine Freunde und Bekannten beisammen zu halten. Hier steht der Mensch im Mittelpunkt, alles dreht sich um Personen. In gewisser Weise erfüllt Facebook in dieser Hinsicht seine Aufgabe meiner Meinung nach sehr gut.
Ich bin viel außer Haus, von daher nutze ich Facebook sehr häufig, um zwischen den Wochenenden Kontakt zu einigen Mitmenschen zu halten.
Ich sehe nicht, dass Google+ auch nur in irgendeiner Form das Gefühl vermittelt, solch ein Personen-Silo zu sein.
Eigentlich ist es mehr ein Twitter samt einiger aufgeblasener Add-Ons. Versteht mich nicht falsch, ich mag Google+. Aber ich mag Google+ nicht, weil ich hier in Kontakt mit überhaupt irgendwem bleibe, sondern weil ich Inhalte von interessanten Menschen verfolgen kann. DasZwischenmenschliche ist hier absolut zweitrangig. Hier geht es vor allem um Inhalte und deren Kommentierung, und das wars dann aber auch.
Die Circles sind eine nette Idee und der Aufhänger für die Presse in Google+’ Anfangstagen, aber ganz ehrlich: Eigentlich müsste ich (fast) jeden von Euch in ein und denselben Circle werfen. Als Privacy-Feature taugen sie bisher wenig, denn mir fehlen hier Leute, mit denen ich unbedingt etwas eingeschränkt teilen will. Daher ist es eben wie bei Twitter: Ich blocke die, die etwas nicht lesen sollen, der Rest bekommt alles.
Personen in Schubladen (Circles) stecken ist einfach total sinnlos, wenn es über die übliche Klassifizierung Freunde, Familie, Bekannte hinaus geht. Klar, anfangs habe ich einige Leute in Circles wie “Tech People” oder “Poeten” eingeteilt… Fakt ist aber, dass eben NICHT Personen im Vordergrund stehen, sondern INHALTE.
Diese Tatsache bringt mit sich, dass Tech People sowohl geekigen Technikkram posten, aber natürlich auch die aktuellen Fotos ihrer Flauschkatzen. Ich kann sie also inhaltlich nicht einsortieren, sie kommen wie alle anderen Twitterseelen und Internetmenschen in einen großen Circle. Google+ widerspricht sich da also in seinen Kernkomponenten. So etwas konnte man nicht vorhersehen, sowas zeigt aber die Praxis der letzten Wochen.
Google+ ist eine feine, tolle Plattform, auf der ich mich gern herumtreibe. Facebook den Rang ablaufen wird es aber meiner Meinung nach niemals, weil es in völlig anderen Gewässern fischt. Auf Facebook findet das Leben statt, mit all seinen Schattenseiten, Flirts und Glücksnüssen, auf Google+ entstehen Meinungen. Beides hat einen unschätzbaren Wert, und beides kann nebeneinander existieren.
1 Anmerkung
-
paulick hat diesen Eintrag von kopfkompott gerebloggt
-
von kopfkompott gepostet

