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Ängste.

Ich habe Angst, Dich zu verlieren.

Du sagst, das brauche ich nicht.

Ich habe Angst, Dich zu verlieren.

Du sagst, das brauche ich nicht.

Ich habe Angst, Dich zu verlieren.

Du sagst, das brauche ich nicht.

Ich habe Angst, Dich zu verlieren.

Du sagst, das brauche ich nicht.

Ich habe Dich verloren.

Wenn dein Glück kein Glück mehr ist
dann kann deine Lust noch Lust sein
und deine Sehnsucht ist noch
deine wirkliche Sehnsucht
Auch deine Liebe kann noch deine Liebe sein
beinahe noch glückliche Liebe
und dein Verstehen kann wachsen
Aber dann will auch deine Traurigkeit
traurig sein
und deine Gedanken werden mehr und mehr
deine Gedanken
Du bist dann wieder du und fast zu sehr bei dir
Deine Würde ist deine Würde
Nur dein Glück ist kein Glück mehr
Erich Fried

Eine Stille,
eine gewollte Stille,
wird zum Schrei.

Immer lauter,
je länger die Gedanken
an Dich
mich anstarren.

Wie Fratzen,
wie leuchtende Fackeln
in der Nacht.
Sie lachen,
aus.
Nicht an.

Die Stille geht,
die Schreie bleiben.

Ich

Entscheidungen. Und Liebe.

Ich war 17. Das ist jetzt 11 Jahre her. Sie war etwas jünger. Die erste große Liebe. Wahrscheinlich die Letzte, bei der noch alles gut war. 

Das liegt an mir, an meinen Entscheidungen und daran, dass ich mich der Welt untergeordnet habe. Daran, dass ich mein Verhalten immer mit meiner Umgebung gerechtfertigt habe. Ich bin mit der Zeit kein besserer Mensch geworden. Nicht besser, nur anders. Eher schlechter. 

Ich bin der Entscheidungen überdrüssig, denn jede Entscheidung, die ich für mich und mein Leben traf, hat mich unglücklich gemacht. Mich und andere. 

Diese eine Liebe hatte immer einen festen Platz in meinem Herzen. Natürlich ist das einseitig. Zumindest gehe ich davon aus, dass das Gegenüber besseres zu tun hat, als sein Herz durch schöne Erinnerungen schlagen zu lassen. Im Laufe der Jahre hat man sich aus den Augen verloren, wiederentdeckt, verloren, wiederentdeckt. Nein, eigentlich ist das falsch. Ich habe sie immer wieder losgelassen. Aus Angst vor Entscheidungen. Es war schließlich die Erinnerung an diese Jugendliebe, die mir immer Hoffnung gab, dass alles gut werden kann. Was also, wenn man eine Entscheidung trifft und auch die Erinnerungen, die Hoffnungen sterben, weil es scheitert?

Ich habe vielen Menschen weh getan. In den letzten Monaten, Jahren und wahrscheinlich noch seit viel längerer Zeit. Durch dummes Verhalten. Durch Eifersucht. Durch Gleichgültigkeit. Durch Unehrlichkeit.

Ich habe dafür keine Entschuldigung, aber es tut mir leid. Ich bereue jede einzelne Situation, auch wenn ich nicht in der Lage bin, das außer in vor Kummer triefenden Liedern zu zeigen.

Ich war 17. Das ist jetzt 11 Jahre her. Sie war etwas jünger. Die erste große Liebe. Wahrscheinlich die Letzte, bei der noch alles gut war. Ich will diese 11 Jahre zurück. Um mir, aber auch Euch einen großen Gefallen zu tun.

Ich war nie da.

Du sagst, ich war nie da.

Wer hat Dir dann jeden Abend eine Geschichte erzählt, bei der Du einschlummertest?

Du sagst, ich war nie da.

Wer hielt dann zu Dir, als es gegen Deine Schwestern, gegen Deine eigene Mutter ging?

Du sagst, ich war nie da.

Wer war es dann, der in diese fremde Stadt zog, ohne Rücksicht auf Verluste, nur um so viel wie möglich bei und mit Dir zu sein?

Du sagst, ich war nie da.

Wer saß ausnahmslos jedes Wochenende 14 Stunden im Zug, nur um Dich zu sehen?

Du sagst, ich war nie da.

Wer verbrachte dann jeden Tag, beinahe ein Jahr lang, jede freie Minute mit Dir am Telefon, weil er sich nach Dir sehnte?

Du sagst, ich war nie da.

Wer hielt dann unter Tränen um Deine Hand an?

Kannst Du Dich nicht mehr daran erinnern?

Dann frage ich mich:

Wo warst Du?

Hab was gemalt. Für alle Trümmerherzen.

Hab was gemalt. Für alle Trümmerherzen.

Fehler…

…mache ich gern. Hab sie in der Vergangenheit immer wieder gemacht. Und wie ich bereits das ein oder andere mal schrieb, habe ich nicht das Gefühl, dass mich steigende Erfahrung davor bewahrt, die gleichen Fehler zu wiederholen. 

Das sind Fehler, die sich heute wieder in mein Leben geschlichen haben. Da gab es eine Liebe, die war groß, wirklich groß. Sie zerbrach, weil zwei Menschen einfach nicht mehr miteinander auskamen. Jeder hat dem Anderen deswegen Vorwürfe gemacht. 

Ich habe es geschafft damit abzuschließen. Auch mit den Vorwürfen. Weil mir jemand gezeigt hat, dass da noch Glück lauert. Irgendwo auf dieser Welt. In den letzten Wochen habe ich das mehrfach erfahren. Glück in Form unersetzlicher Gespräche, Gedanken und dem fliehenden Gefühl der Einsamkeit.

Dafür danke ich einigen Menschen, die sich sicherlich jetzt auch angesprochen fühlen werden. Manchmal waren es Freunde, oder ein paar nette Worte auf Twitter, die den Tag gerettet und mich vor Schlimmerem bewahrten.

All dieses Glück ist aber in ständiger Gefahr, wenn die Fehler der Vergangenheit nicht hinter sich gelassen werden können. Wenn sie mich in der Gegenwart heimsuchen, wenn sie mein Glück im Visier haben. Das sind die Momente, in denen man relativ machtlos zusehen muss, wie gerade aufgebaute Welten in Begriff sind, wieder unter zugehen. Wieder. Immer wieder. 

Ein Herz geht in seinem Leben viele Risiken ein und wird häufig dafür bestraft. Ab und zu aber, in ganz speziellen Momenten, wird es vom richtigen Menschen belohnt. Wir dürfen die Hoffnung nicht aufgeben, dass solche Momente wiederkehren, selbst wenn es über lange Strecken nicht offensichtlich scheint. 

Danke. Danke für diese Chance. Für jedes Lächeln. Für jeden weiteren Herzschlag. Für jeden Gedanken an jemanden, der verletzt, verraten, gelogen hat, der aber eigentlich nur auf der Suche nach dem Endgültigen ist. Hoffentlich ist die Suche vorbei. Hoffentlich.

Liebe.

Liebe geht manchmal einfach zu weit. Nein, man lässt sich manchmal einfach viel zu weit von ihr treiben. 

Ich bin unreif. Vor allem, was eben diese Liebe angeht. Ich lerne nicht aus Vergangenem, weil ich jedes Mal bei Null anfange. Das klingt vielleicht romantisch, es kann aber auch dazu führen, dass man an einem bestimmten Punkt entgleist und sich selbst darin verliert. 

Wenn eine Liebe extrem ist, dann ist sie das meist in jede erdenkliche Richtung. Es gibt positive Gefühle, die mit Worten kaum zu erfassen sind. Es gibt Momente, die düsterer nicht sein könnten. Momente des Kontrollverlusts. Kontrolle über sich selbst. Und das vertreibt die Liebe und das, was man einst ‘das eigene selbst’ nannte.

Wenn man dann an einem Scheidepunkt steht, in der man vernunftgetränkt eine Notbremse ziehen, das Ruder herumreißen könnte, ist man von dieser Vernunft manchmal meilenweit entfernt. Wenn sich in dem Leben eines Menschen alles um die Liebe zu einem anderen Menschen dreht, wirkt das Verlangen nach klarem Denken beinahe lächerlich. 

Man verletzt. Man verletzt unendlich. Das tun meist beide. Der eine reagiert auf den Schmerz des Anderen. Das, was einmal unendlich schön war, wird zu einem hässlichen Theaterstück über Mord und Totschlag. 

Der Eine schafft es, sich durch dieses Verletzen vom Anderen zu distanzieren, sieht es als Möglichkeit, den Absprung zu schaffen, sich zu entwöhnen. Der Andere redet sich selbst immer tiefer in einen Sumpf, dem er allein nur mühsam wieder entkommen wird. Manchmal fordert man es sprichwörtlich heraus, vom Anderen verletzt zu werden, nur um eine emotionale Reaktion zu halten.

‘Wenn er sich die Mühe macht, mir weh zu tun, kann ich ihm nicht egal sein.’

Einer von Zweien ist meist stärker. Je lauter man schreit, desto mehr Schwäche zeigt man.

Ich bin heiser.